Blog

Manchmal beginnt ein Fotoshooting nicht mit dem ersten Auslösen der Kamera, sondern Wochen vorher – mit Skizzen, Telefonaten, Nachrichten, Lichtplänen, Hallenbegehungen und der bangen Frage: „Haben wir auch wirklich an alles gedacht?“

Das Shooting mit den Giants Dancers gehörte definitiv in diese Kategorie.

Die ursprüngliche Idee war eigentlich recht einfach: Dynamische Bilder von Cheerleaderinnen in einer dramatischen Lichtstimmung. Wer allerdings schon einmal versucht hat, sechzehn energiegeladene Tänzerinnen, mehrere Blitzanlagen, eine Nebelmaschine, eine große Sporthalle und zwei Fotografen unter einen Hut zu bringen, weiß, dass zwischen „eigentlich einfach“ und „tatsächlich einfach“ ein kleiner organisatorischer Grand Canyon liegen kann.

Zum Glück hatten wir Unterstützung vom Allerfeinsten.

Das Leitungsteam der Giants Dancers begleitete die Vorbereitung mit einer Professionalität, die man sich als Fotograf nur wünschen kann. Die Trainerinnen hatten bereits im Vorfeld die Posen abgestimmt, Gruppen zusammengestellt und den Ablauf vorbereitet. Während ich noch darüber nachdachte, ob der Nebel wohl dahin ziehen würde, wo er sollte, hatten die Tänzerinnen längst geklärt, wer wann mit wem welche Formation präsentieren würde.

 

Das Ergebnis?

 

Am Shootingtag lief alles wie am Schnürchen.

Der technische Aufbau begann bereits am Vormittag. Mehrere Blitze mussten positioniert werden, farbige Akzente gesetzt, Nebel in die richtige Richtung gelenkt und Lichtformer aufgebaut werden. Als schließlich alles stand, sah die Halle eher nach Filmstudio als nach Sporthalle aus.

 

Dann kamen die Tänzerinnen.

Sechzehn junge Frauen, ausgestattet mit einer beeindruckenden Mischung aus Disziplin, Energie, guter Laune und einer scheinbar unerschöpflichen Fähigkeit, auch nach dem zehnten Foto noch genauso begeistert in die Kamera zu lächeln wie beim ersten.

Während Fotografen gelegentlich darüber nachdenken, ob ihre Knie die nächste Perspektive überleben, scheinen Cheerdancerinnen der Meinung zu sein, dass Schwerkraft eher eine unverbindliche Empfehlung als ein Naturgesetz ist.

Genau darin liegt aber auch der besondere Reiz solcher Shootings.

Fotografie und Tanz bilden eine nahezu perfekte Symbiose.

Der Tanz lebt von Bewegung, Rhythmus und Emotion. Die Fotografie hingegen hält genau diesen einen Augenblick fest, der normalerweise sofort wieder verschwunden wäre. Der Bruchteil einer Sekunde, in dem ein Sprung seinen höchsten Punkt erreicht. Der Moment, in dem eine Drehung für einen Wimpernschlag stillzustehen scheint. Die kurze Phase zwischen Anspannung und Landung.

 

Die Tänzerinnen erschaffen ein Posing oder eine Bewegung.

 

 

Der Fotograf macht sie sichtbar.

 

Dabei entsteht etwas Faszinierendes: Obwohl ein Foto vollkommen unbeweglich ist, kann es Dynamik zeigen. Man sieht die Energie förmlich durch das Bild laufen. Gute Tanzfotografie zeigt nicht nur Menschen in Bewegung – sie zeigt das Gefühl von Bewegung.

Und genau das machten die Giants Dancers an diesem Tag besonders einfach.

Es wurde gelacht, gesprungen, posiert, improvisiert und immer wieder neue Ideen ausprobiert. Die Stimmung war locker, konzentriert und gleichzeitig voller Begeisterung. Niemand musste motiviert werden. Im Gegenteil: Eher musste gelegentlich daran erinnert werden, dass auch Fotografen irgendwann eine Pause benötigen.

Am Ende des Tages standen viele Speicherkarten voller Bilder, müde Beine, zufriedene Gesichter und die Erkenntnis, dass die aufwendige Vorbereitung jeden einzelnen Moment wert gewesen war.

 

Ein großes Dankeschön geht daher an das gesamte Leitungsteam, die Trainerinnen und natürlich an alle Tänzerinnen der GiantsDancers.

 

Ihr habt nicht nur großartige Motive geliefert. Ihr habt gezeigt, wie viel Leidenschaft, Teamgeist und Freude in diesem Sport steckt.

 

Und ganz nebenbei bewiesen, dass man mit sechzehn Tänzerinnen, mehreren Blitzanlagen und einer Nebelmaschine tatsächlich eine Sporthalle in ein Fotostudio verwandeln kann.

 

Man muss nur genügend engagierte Menschen zusammenbringen. Dann wird aus einem Shooting ein Erlebnis.